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Musiktheater Dienstag, 17. April um 20 Uhr Aula der Klosterschule Musikprofil S4
Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin wollen wir? Das Auftreten Kaspar Hausers macht uns diese Fragen auch heute noch bewusst.
Körperlich und geistig unterentwickelt, „zu nichts nutze", so erscheint er eines Tages in der Zivilisation Nürnbergs, wo er als Sonderling auffällt und ihn die Menschenmasse in Experimenten zu „bilden" versucht.
Den allerseits bekannten, „rätselhaften Findling", die Legende aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts bringt Peter Handke in den 1960er Jahren auf die Bühne. Doch nicht die seinerzeit Aufsehen erregende Figur Kaspars ist Inhalt des Stückes, vielmehr nutzt Handke sie, um den Gedanken aufzugreifen, die Welt sei selbst eine Bühne und die Menschen auf ihr alle Schauspieler.
In unserem Stück liegt der Schwerpunkt darauf, zu zeigen, wie Kaspar Hauser ein Beispiel dafür ist, wie die Gesellschaft das Individuum vernichten kann, indem es ihm eine Rolle aufzuzwingen versucht. Wenn er zu schwach ist, scheitert seine Persönlichkeit daran.
Die Sprachlosigkeit Kaspars wird in der Musik aufgegriffen und an Stelle der Wörter gesetzt. Aber nicht nur Ersatz und Unterstützung der Aussagen stellt die Musik dar, manches Mal überrascht sie womöglich und gibt dem Zuschauer ein Gefühl für die Aussagen, die nur durch den schauspielerischen Teil und die Sprache allein nicht deutlich werden würden.
Das Stück ruft auf, dass jeder seinen Platz auf der Welt hat und wir ihm diesen zugestehen sollen, dann kommt keiner einem anderen in die Quere.
Wir sollen alle in uns einen Kaspar sehen und aus der Prinzenlegende um ihn nicht den Gescheiterten, sondern das Schöne überleben lassen! |