| Musiktheater |
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Seit 1986 gibt es an unserer Schule ein besonderes fächerübergreifendes Angebot: das Musiktheater der Klosterschule. Das "Musiktheater der Klosterschule" ist inzwischen eine Einrichtung unserer Schule geworden, die auch über die Schulmauern hinaus bekannt ist und beachtet wird. Trotz dieser langen Tradition hat es sich nie im musealen Wiederholen des scheinbar Bewährten erschöpft, sondern weist eine Entwicklung zu neuen, ungewöhnlichen Formen des Musiktheaters auf. Das Besondere an unserem Musiktheater, in wenigen Sätzen zusammengefasst, ist unserer Meinung nach:
Die Produktionen entstehen innerhalb eines Schuljahres (August bis April/Mai). Die Teilnahme erfolgt entweder im Rahmen eines benoteten Kurses (Darstellendes Spiel bzw. Musikpraxis) oder einer freiwilligen AG. SchülerInnen können sich unabhängig von der Zugehörigkeit zu einem Kurs entscheiden , ob sie nur als Schauspieler oder Musiker agieren wollen oder in beiden Bereichen. Außerdem wird eine Planungsgruppe gebildet, in der interessierte Schüler sowie die beteiligten Lehrer u.a. Fragen zu szenischem Ablauf, Musik, Gesamtdramaturgie, Beleuchtung, Kostümen sowie Bühnentechnik besprechen. Hier die Bilanz unserer Aufführungen: 1987 "Café Wahnwitz" Revue der 20er und 30er Jahre Mit zwei dieser Aufführungen gastierten wir auch außerhalb der Schule. So war "Das Gerücht" der einzige Hamburger Beitrag zum "Schultheater der Länder" in Bremen. Mit "42" traten wir im Rahmen des Festivals "Theater macht Schule" in der Markthalle auf. Rund 300 Schüler haben im Verlaufe dieser Zeit mitgewirkt, eine stattliche Anzahl von ‚Ehemaligen', von denen viele auch weiterhin "ihrem" Musiktheater treu bleiben, um sich ein Bild der Weiterentwicklung machen zu können.. Wie man an unserer Bilanz sieht, gehen wir bewußt einen anderen Weg als die klassischen Formen dieses Genres wie (Schul-) Oper oder Musical. Wir erarbeiten Eigenproduktionen, bei denen immer wieder neu überlegt werden muß, wie musikalische und szenische Elemente sich zusammenfügen können. Sicherlich ist es unabdingbar, daß gemeinsame Projekte dieser Art nur von LehrerInnen erarbeitet werden können, die Arbeit im Team schätzen und bereit sind, auftretende Probleme zu überwinden. In diesem Sinne versteht sich auch unser Team. Schaut man hinter die Kulissen unserer Musikttheaterproduktionen, eröffnet sich einem ein vielfältiges Bild des Miteinander-Arbeitens, das die meisten der Beteiligten als sehr gewinnbringend erleben, auf das sie sich gerne zurückbesinnen. Die folgende Darstellung von Stationen einer Zusammenarbeit läßt sich sowohl chronologisch (Von "Café Wahnwitz" bis zu "Heute ist morgen schon gestern") als auch methodisch verstehen: Chronologisch als Entwicklungsreihe einer allmählich enger werdenden Zusammenarbeit zweier Fachbereiche, methodisch als unterschiedliche Möglichkeiten des Einsatzes szenischer und musikalischer Mittel in einem gemeinsamen Projekt. 1. Getrennt üben, gemeinsam aufführenDie einfachste Art der Zusammenarbeit ist es, in loser Folge Szenen und einstudierte Musikstücke (Songs, Chorwerke, Instrumentalstücke aller Stilrichtungen) aneinanderzureihen. Die Ergebnisse aus Theater- und Musikkursen werden gemeinsam präsentiert. Die Zusammenarbeit besteht lediglich in einer zeitlichen, evtl. auch schon thematischen Koordinierung (z.B.: Musik und Szenen zum Thema ‚Liebe'). Die Musik hat in diesem Fall die Funktion, Umbaupausen zu überbrücken, die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu erhalten, Szenen zu gliedern. 2. Gemeinsam planen und aufführen, getrennt probenDiese Form der Kooperation findet sich meist in Revuen ("Beatles, Barzel, Busslmi" , "Zu"). Beteiligte Lehrer und gegebenenfalls eine interessierte Schülergruppe einigen sich auf ein gemeinsames Revue-Thema ("60er Jahre" oder "Sucht"), suchen Material in Form von Texten, Musik, Requisiten, Szenenabläufen etc., bearbeiten und ordnen diese im Sinne einer Gesamtdramaturgie. Hier werden die einzelnen Nummern der Revue noch getrennt erarbeitet und erst in den letzten Ablaufproben zusammengestellt. Dies ist nur möglich, wenn die Nummern personell und inhaltlich eigenständige Einheiten sind. 3. Partiell gemeinsam planen, proben und aufführenEine engere Zusammenarbeit läßt sich innerhalb größerer Projekte auch auf bestimmte Schlüsselszenen beschränken, in denen sich Szene und Musik ergänzen:
4. Gemeinsam das gesamte Projekt planen, proben und aufführenErst in dieser Art gemeinsamen musikalisch-szenischen Projektes, für das abseits der klassischen Genres noch ein Name fehlt (Wir nennen es schlicht "Musiktheater") können sich beide Künste mit dem gesamten Reichtum ihrer Mittel ergänzen. Dazu stichwortartig die Möglichkeiten musikalischer Dramaturgie:
Grundlage dieser Form des Musiktheaters kann eine Textvorlage ("Per Anhalter durch die Galaxis" in "42") oder eine gemeinsame Grundidee sein, die szenische wie musikalische Mittel geradezu herausfordert (wie z.B. das Spiel mit dem Phänomen Zeit in "Heute ist morgen schon gestern").
In vielen Schultheaterstücken kann man mit Hilfe von Konservenmusik, die manchmal im letzten Augenblick von Kurs und Kurslehrer auswählt werden, einige durchaus verblüffende Effekte erzielen. Warum also sollte man sich der Mühe eines aufwendigen Projektes unterziehen? Betrachtet man die Vielschichtigkeit der Anforderungen und Arbeitsmöglichkeiten, kann man sich vielleicht ausmalen, daß es bei uns nie langweilig werden kann. Wir Kollegen, die das feste Musiktheaterteam bilden, es sind dies neben dem Autor Frau Weilbach, Herr Päßler und Herr Strunk, hoffen jedenfalls auf eine erfolgreiche Fortführung der Tradition des "Musiktheaters der Klosterschule". |
| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. November 2009 um 20:29 Uhr |



